Montag, 7. November 2011
Tintin im Kongo und kewil im Irrtum
Im neuerdings vom Hamburger Verfassungsschutz beobachteten Blog Politically Incorrect meldet Vielschreiber kewil wie folgt:



>>Wenn Sie glauben, die psychisch Gestörten in Leipzig seien eine Ausnahme, täuschen Sie sich. Im Verrückten Königreich hat man sich gerade mit dem Kinderbuch “Tintin im Kongo” aus dem Jahre 1930 beschäftigt. Es ist ebenfalls “rassistisch”, weil die Neger dicke Lippen haben (sieh Abb.), und wird jetzt nur noch mit Plastik-Sichtschutz geliefert. Viele Buchhandlungen haben es nicht in der Kinderabteilung, sondern verdeckt bei den Adults, wie die Mail berichtet.<<

Das klingt wirklich skandalös, dass ein Comic rassistisch sein soll, nur weil "Neger" dicke Lippen haben. Gut auch, dass kewil gleich eine Quelle nennt: Die Boulevardzeitung Daily Mail. Aus dem Artikel der Daily Mail kann man entnehmen, dass "Tintin im Kongo" aus ganz anderen Gründen als rassistisch gilt:



>>Unfortunately, Tintin In The Congo was written in 1930 and depicts African natives as ignorant, simple and backward people, who are far less intelligent than their white visitors.<<

Zu Deutsch:

>>Leider wurde Titin im Kongo in den 1930ern geschrieben und stellt Afrikanische Eingeborene als ignorante, einfach gestrickte und rückständige Menschen dar, die weit weniger intelligent sind als ihre weißen Besucher<<

Quelle: http://www.dailymail.co.uk/news/article-2057090/Tintin-Congo-placed-shelf-racism-fears.html

Tintin im Kongo gilt also als rassistisch, weil die "Neger" als dumm und rückständig dargestellt werden.





Samstag, 5. November 2011
Gequälte Leinwand
PI-Autor kewill lässt in einem PI-Beitrag vom 01 November 2011 keinen Zweifel, was er von moderner Kunst hält:



Quelle: http://www.pi-news.net/2011/11/putzfrau-wischt-dreck-aus-dem-museum/#more-219111

Interessant, dass kewil Kunst nach dem Materialwert bewertet. Sowas kann man weder ernst nehmen noch ernsthaft diskutieren.



Nur weil man Schwule hasst ist man doch nicht homophob, oder?
Kürzlich gedachte Michael Stürzenberger auf PI dem islamophoben Regisseur Theo van Gogh, aber nicht den homosexuellen Rechtsradikalen Pim Fortuyn. Im PI-Forum keimte der Verdacht, PI könnte Fortuyn aus Homophobie vernachlässigt haben.

Michael Stürzenberger verwehrte sich für PI sofort wortreich gegen diesen Vorwurf:



>>Gestern haben wir zum siebten Todestag von Theo van Gogh einen Artikel im Gedenken an den großartigen niederländischen Filmregisseur veröffentlicht. Im Kommentarbereich kam die Frage auf, warum wir am 6. Mai nicht gleichfalls des ermordeten Pim Fortuyn gedacht haben, der ein bekennender Homosexueller war. Dazu wurde der Verdacht geäußert, PI wäre vermeintlich homophob oder gar schwulenhassend. Dies muss hier ein für allemal aus der Welt geräumt werden.

(Von Michael Stürzenberger)

Wenn bei PI hin und wieder ein Artikel erscheint, der sich kritisch mit der rechtlichen Gleichstellung von Homosexuellen-Ehen auseinandersetzt, ist das im Rahmen der Meinungsfreiheit absolut gerechtfertigt. Dies hat auch absolut nichts mit einer generellen Schwulenfeindlichkeit zu tun. Ganz im Gegenteil: Wir werden uns bei PI immer für Homosexuelle einsetzen, wenn sie von irgendeiner Seite bedroht werden, beispielsweise von gewaltbereiten Angehörigen des aggressiv schwulenfeindlichen Islams.<<


Quelle: http://www.pi-news.net/2011/11/pi-ist-nicht-homophob/

"Im Rahmen der Meinungsfreiheit" ist es für den PI-Autoren kewil wenige Tage zuvor, am 28. Oktober, "absolut gerechtfertigt" dies zu schreiben:



>>Die Homo-Lobby hat sich wieder was ausgedacht! Wir sollen uns wie selbstverständlich an neues Schwulitäten-Deutsch gewöhnen. Ausgangspunkt der Sprachattacke: die dpa. Westerwelle (FDP) hat sich mit seinem Mronz eine Millionen-Villa auf Mallorca gekauft. <<

Quelle: http://www.pi-news.net/2011/10/dpa-homospeak-guido-und-sein-ehemann/

Stüzenbergers weinerlicher Pseudo-Toleranz-Artikel passt nicht ganz zu der irren Verschwörungstheorie kewils, nach der eine "Homo-Loby" die Bevölkerung "attakiert" und eine Art "Umerziehung" plant. Kewil nimmt damit direkt Bezug auf die sog. "Gay Agenda", eine in den USA unter Konservativen beliebte Verschwörungstheorie nach der es eine Art "Welteroberungsplan" der Homosexuellen gibt nach dem sie die ganze Welt aufs andere Ufer ziehen wollen. ( http://de.wikipedia.org/wiki/Gay_agenda )

Wir fassen zusammen:

Stürzenberger meint:
PI ist nicht homophob

kewill meint:
Homos attakieren mit einer Verschwörung die Bevölkerung.

Im Grunde meint PI wohl:
Homophob ist es nur, wenn Moslems Homos hassen. Wenn PI Homos hasst, dann ist das "Homosexuellenkritik".



Freitag, 19. November 2010
Ehrhart Körting warnt vor "seltsamen Menschen"
Kommen Ihre Nachbarn Ihnen seltsam vor? Spricht Ihr Nachbar eine Sprache die Sie nicht verstehen? Dann denunzieren Sie ihn doch einfach mal bei "den Behörden", rät Berlins Innensenator Ehrhart Körting.



Nun kann es passieren, dass in Zukunft den Behörden frisch zugezogene Familien aus dem Bayerischen Wald gemeldet werden, deren Dialekt nördlich von München kein Mensch versteht, aber eine umfassende Sicherheit ist eben nicht ohne Opfer zu haben.



Ein Opfer sind zum Beispiel Menschen die Fremdsprachen sprechen oder den berüchtigten "Migrationshintergrund" haben. Diese Menschen werden von Ehrhart Körting unter Generalverdacht gestellt. Integration wird so nicht einfacher, wenn der Deutsche nicht versucht seine neuen Nachbarn kennen zu lernen, sondern statt dessen lieber ihnen vorsichtshalber die Polizei auf den Hals hetzt.

Ist es übrigens ein Zufall, dass Körting in der gleichen Partei ist wie Thilo Sarrazin und gleich auch noch im gleichen Landesverband?

Wir fassen zusammen:

Ehrhart Körting meint:
1. Ich rufe zur Ruhe auf
2. Ich schütze meine Mitmenschen

Was Körting wirklich macht:
1. Er schürt Panik
2. Er spaltet mit Fremdenangst die Gesellschaft



Montag, 9. November 2009
Titten gegen Terror
Auf der „Achse des Guten“ darf nun auch Vince Ebert die Welt erklären. Wenn die einfachsten Rezepte immer die Besten sind, dann ist Eberts "Problemlösung" wirklich ganz vorzüglich. Als Physiker hat Ebert den absoluten Überblick über die Gefühlslage des gemeinen Moslem und empfiehlt in seinem Gast-Beitrag „Ist der Islam eine friedliche Religion?“ eine Kombi-Therapie aus Iphones und Pornos gegen den bösen Terror.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ist_der_islam_eine_friedliche_religion/

Um es vorweg zu nehmen: Vince Eberts Analyse hat zwar 1137 Worte, füllt also gut zwei DIN A4-Seiten, aber zwischen lauter zynischen Witzchen findet sich keinerlei Antwort auf die Frage ob der Islam eine friedliche Religion sei. Doch eine Analyse oder eine Antwort ist auch gar nicht nötig, schließlich sind sich Ebert und das Klientel von achgut.com ohnehin einig was man von Islam und Moslems generell zu halten hat.

Der ehemalige Angestellte einer Werbeagentur hat erkannt, dass es sich nirgends so schön lebt wie im Westen und dass seine Art zu leben die einzig Richtige ist. Und wer das nicht einsieht, der ist nur neidisch. Messerscharf erkennt Ebert:

>>Es ist es ein großer Trugschluss, dass junge Muslime die westliche Welt mit all ihrer Freizügigkeit verachten. Im Gegenteil. Sie platzen vor Neid. Amerika hat Rap-Videos, Paris Hilton und Magazine mit Titeln wie Barely Legal.<<


Als aufgeklärter Westmensch kann man ein wenig pikiert sein von Herrn Ebert mit samt unserer ganzen westlichen Kultur auf Frau Hilton und Frischfleisch-Pornos mit besonders junger Ware reduziert zu werden. Prunkstück des Abendlandes sind für den Autoren nicht Goethe, Shakespeare, Bach, Chopin oder wenigstens noch Vince Ebert, nein es sind pralle „Dutteln“ und die Meisterwerke von 50Cent.

Ein weiterer Vorteil der westlichen Kultur ist laut Ebert nicht, dass es hier keine Todesstrafe gibt, sondern, dass es die bessere Todesstrafe gibt:

>>Wer sich darüber aufregt, dass man seine Kultur als rückständig bezeichnet, sollte einfach damit aufhören, Menschen mit mittelalterlichen Methoden hinzurichten. Selbst ein relativ schlichter Menschenschlag wie der Texaner hat es irgendwie hingekriegt, einen elektrischen Stuhl zu bedienen.<<


Mit dem Töten von Menschen hat Ebert offensichtlich kein Problem, wenn man nur human mordet. Dabei ist zweifelhaft ob nun der elektrische Stuhl wirklich ein Meilenstein in der Geschichte der Menschenrechte ist. Selbst die von Ebert als „schlicht“ charakterisierten Texaner setzen, so wie alle Staaten der USA außer Nebraska, die Elektrokution nicht mehr ein. (Quelle: Focus)

Mit der Meinung der elektrischen Stuhl sei eine besonders gelungene Art zu sterben, steht Ebert ziemlich alleine da. Mit einem Blick ins Internet hätte der Spaßmacher nicht nur herausfinden können, dass die Texaner den Elektrischen Stuhl nicht mehr einsetzen, sondern auch Zitate wie dieses finden können:

>>Das höchste Gericht des US-Bundesstaates Nebraska hat Hinrichtungen mit dem elektrischen Stuhl für verfassungswidrig erklärt. Es gebe Beweise, dass viele Verurteilte starke Schmerzen verspürten und qualvoll leiden müssten, erklärte das Gericht. Der elektrische Stuhl sei somit eine "grausame und ungewöhnliche" Strafe, wie sie nach der Verfassung verboten sei.<<


(Quelle = n.tv)

Da aber Eberts Urteil ohnehin schon fest steht, braucht er keine Informationen. Das falsche Viertelwissen dient ohnehin nur zur Untermalung seiner Vorurteile.

Entsprechend ist auch sein Lösungsansatz für die "Musel-Frage" nicht an der Faktenlage orientiert:

>>Was also kann der Westen tun? Ich denke, die beste Methode, die islamische Welt zu demokratisieren ist, ihnen die Vorzüge der westlichen Welt schmackhaft zu machen. Wir sollten also keine Doppelagenten in Al-Quaida-Zellen schmuggeln, und erst recht keine Bomben über den Nahen Osten abwerfen, sondern IPhones, Rolexuhren und Pornohefte. Wer einen Dolce&Gabbana-Gürtel hat, überlegt sich dreimal, ihn gegen einen Sprengstoffgürtel auszutauschen.<<


Dabei sind ausgerechnet Ober-Bösewichter wie Bin Laden eben keine armen Schlucker die man mit Glitzerkram ruhig stellen kann. Im Gegenteil konnte sich der Chef-Terrorist vor seinem Weg in den Untergrund sicher eher eine Rolex leisten als der Kleinkünstler Ebert.

Die Analyse des Spaßmachers bleibt jedenfalls in braunen Morast billiger Herrenwitze und schenkelklopfenden Genital-Humors stecken:

>>Der Zusammenhang von Samenstau und Aggression ist erwiesen. Er ist wahrscheinlich der Grund, weshalb Bill Clinton niemals einen Krieg angefangen hat.<<


Woher Eberts Aggressionen gegen Moslems stammen ist bei dieser These auch leicht zu erklären. Eberts Mischung aus schmutzigen Witzchen, Vorurteilen und falschen Informationen strotzt vor Arroganz, Chauvinismus und aufgestauten Hormonen. Lesenswert ist das höchstens als gruseliger Einblick in das Seelenleben der Islam-Hasser.

Wir fassen zusammen:

Vince Ebert meint:
1. Es gibt eine gute Form der Todesstrafe
2. Texas richtet mit den elektrischen Stuhl hin.
3. Terroristen sind arm.
4. Paris Hilton ist großartig.

Richtig ist aber:
1. Auch der elektrische Stuhl ist schmerzhaft und grausam.
2. Deshalb hat Texas ihn abgeschafft.
3. Osama Bin Laden war ziemlich reich.
4. Na, wem es gefällt... Jeder nach seinem Niveau.



Sonntag, 8. November 2009
Wie der Moslem Weihnachten gestohlen hat
Natürlich verbieten „die Moslems“ niemand Weihnachten, aber die „Achse des Guten“ gibt sich Mühe den Eindruck zu erwecken. Dabei lassen die Achsenkräfte sich auch nicht von Fakten abhalten.

Henry M. Broders Internetprojekt meldet am 05.11.2009 unter der Überschrift „Weihnachten halal“ das Folgende:

>>Die Krefelder Werbegemeinschaft will auf Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt verzichten: „Religiöse Motive gehören in die eigene Wohnung oder in die Kirche, nicht aber in die Geschäfte”, sagt Franz-Joseph Greve, Vorsitzender der Werbegemeinschaft.<<


Meldung auf Achgut.com vom 05.11.2009

Halal bedeutet auf deutsch etwa „dem islamischen Recht entsprechend“. Die Weihnachtsbeleuchtung fällt also aus, weil sie gegen das islamische Recht verstößt. Vor dem Augen des Lesers entsteht das Bild einer dunklen und grauen Innenstadt, durchzogen von einem kalten Hauch der Trostlosigkeit. Und schuld sind nur die Moslems.

Dabei lässt die Meldung der RP-Online die Achgut.com selbst als Quelle angibt keinen der beiden Schlüsse zu. In dem Text heißt es:

>>Die Krefelder Werbegemeinschaft will auf Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt verzichten: „Religiöse Motive gehören in die eigene Wohnung oder in die Kirche, nicht aber in die Geschäfte”, sagt Franz-Joseph Greve, Vorsitzender der Werbegemeinschaft.

Er ist auch Mitglied des Kirchenvorstandes der Gemeinde Johannes XXIII. Gerade deshalb entschied er sich gegen religiöse Motive: „Schließlich hat ein großer Teil der Bevölkerung keine Antenne mehr für die Religion oder ist nicht-christlichen Glaubens.”

Stattdessen will die Werbegemeinschaft nur winterliche Dekoration einsetzen. Dies habe den positiven Effekt, dass die Beleuchtung länger hängen bleiben kann. Seit eineinhalb Wochen ist die Krefelder City illuminiert, noch bis Ende Januar sollen die beleuchteten Wasserfälle und Lichtmatten hängen bleiben. Krefeld ist nicht die einzige Stadt, die sich über die Weihnachtsbeleuchtung Gedanken macht. <<


Meldung der RP-Online.

Weder gibt es keine Beleuchtung, noch ist der Umstand den Moslems geschuldet. Immerhin waren laut einer Studie der „Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland“ im Jahr 2005 ganze 32,5 % der Bevölkerung konfessionslos. Nur 3,9% der Bevölkerung waren Moslems.

Quelle: Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland

Dass sich die 32,5 % Atheisten, Agnostiker, Konfessionslose und Co. auch von Kreuzen und Engeln gestört fühlen können wäre ein ein logischer Schluss.

Dazu begründet die Werbegemeinschaft selbst ihre Entscheidung damit, dass eine winterliche Dekoration länger hängen kann als weihnachtlicher Schmuck.

Wir fassen zusammen:

Die Achse stellt die Sache wie folgt dar:
1. Es gibt keine Beleuchtung.
2. Schuld sind die Moslems.

Wahr ist:
1. Es gibt Beleuchtung, nur eben winterliche
2. Schuld sind wirtschaftliche Überlegungen.